
Die politischen Einstellungen junger Menschen in Europa unterscheiden sich je nach Geschlecht deutlich. Das zeigte bereits die Studie „The youth gender gap in support for the far right“ (2025) des Humboldt Governance Lab.
Auch in Deutschland ist dieser Trend sichtbar: Hier verorten sich 25 Prozent der jungen Männer im rechten Spektrum – gegenüber 14 Prozent der Frauen. Ganz im Gegenteil dazu wächst bei ihren Altersgenossinnen der Zuspruch für linke Parteien: von 44 Prozent im Jahr 2019 auf 51 Prozent in 2024.
Die Gründe für die Geschlechterunterschiede sind komplex: Junge Männer orientieren sich stärker an traditionellen Rollen- und Männlichkeitsbildern. Viele fühlen sich in einer von Globalisierung und Modernisierung geprägten Welt abgehängt. Da sie seltener als Frauen höhere Bildungsabschlüsse erlangen, sind sie öfter von wirtschaftlicher Unsicherheit betroffen. Ersteres korreliert stark mit rechtspopulistischen Einstellungen, jedoch ist hohe Bildung auch kein Garant für die Ablehnung rechter Positionen.
In Deutschland spielt auch der Wohnort der jungen Menschen eine entscheidende Rolle für ihre politische Haltung: In vergangenen Landtagswahlen in Ostdeutschland gaben 29 bis 38 Prozent der jungen Generation der rechtspopulistischen AfD ihre Stimme. Niedriger fallen die Prozentwerte in westdeutschen Regionen aus. Erklärt werden kann dies durch ein fortbestehendes Ost-West-Gefälle in Bezug auf Lohn, Infrastruktur oder auch Demografie zum Nachteil Ostdeutschlands.
Generell lässt sich sagen, dass das Wahlverhalten der jungen Generationen in Deutschland eher volatil und krisenanfällig ist. Neben Frustration und Politikverdrossenheit zeigt sich ein erschüttertes Vertrauen in etablierte Parteien. Besonders hellhörig macht, dass sich 44 Prozent der jungen Generation eine „starke Hand“ in der Staatsführung wünschen. Gleichzeitig existiert jedoch ein Gegenpol aus hohem politischen Interesse, Demokratiezufriedenheit und progressiven Werten unter den jungen Menschen.
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